Fachbereich Biologie und Chemie



Der Fachbereich

Die naturwissenschaftliche Grundbildung ist eine Säule der Meinungsbildung und Kommunikation über Forschung und Entwicklung. Im naturwissenschaftlichen Unterricht werden dazu Phänomene aus Natur, Alltag, Technik und Geschichte erfahrbar gemacht. Der Austausch über die Ergebnisse schafft dann ein Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge, der eine analytische und rationale Betrachtung der Welt ermöglicht. Ziel ist es Entscheidungen, zu verstehen, eigene Schlussfolgerungen zu treffen und damit einen verantwortungsvollen Umgang mit der Welt zu ermöglichen. Denn ein hohes Maß an „Wissenschaftsfreiheit“ bedingt auch ein hohes Maß an Verantwortung. Neben dem notwendigen Fachwissen kommt damit unterschiedlichen Kompetenzbereichen eine besondere Bedeutung zu:

  • Die Erkenntnisgewinnung schult naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen, das Erstellen von Lösungsstrategien und die Bedeutung von Experimenten.
  • Die Bewertung schult das sachgerechte Urteilen, die Erfassung der gesellschaftlichen Bedeutung naturwissenschaftlicher Themen.
  • Die Kommunikation schult das sachgerechte Recherchieren, Argumentieren und Präsentieren.

Dabei werden regionale Besonderheiten und Berufsfelder berücksichtigt, um bei der Berufsorientierung zu unterstützen.

 

 

Das Fach "Biologie"

Die Auseinandersetzung mit dem Lebendigen stärkt das Selbstverständnis des Menschen als Teil der Natur. Im  Biologieunterricht wird die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Die Vielzahl biologischer Teildisziplinen, die Einordnung der Lebewesen und biologischer Prozesse schult zudem das systemische Denken.


Im Fokus steht der wertschätzende Umgang mit der Natur und dem eigenen Körper.


Die großen Beziehungsgeflechte in der Ökologie, die großartigen Errungenschaften der Evolution, aber auch die Welt im kleinen mikroskopischen und molekularbiologischen Bereich stellen wesentliche Naturerfahrungen dar, die gleichermaßen verzaubern aber auch sensibilisieren können.


Neben der Arbeit mit Modellen und Präparaten kommt auch dem Experiment eine besondere Bedeutung in der Erkenntnisgewinnung zu. Wichtig ist uns die Betrachtung des biologischen Objektes. Das kann mithilfe eines Spaziergangs in den Wald oder auf die Wiese geschehen, oft holen wir die Natur auch in den Fachraum. Mit technischer Hilfe kann dort ein Pantoffeltierchen in der Größe einer Kuh live präsentiert werden. Aber auch das Sezieren eines Lebewesens (oft ein Fisch) und eines Organs (oft Herz oder Auge) gehören als Highlights mit in den schuleigenen Lehrplan.

Das Fach "Chemie"

Auch die stoffliche, unbelebte Welt bietet faszinierende Einblicke in die Natur. Die Betrachtung experimenteller Beobachtungen und Ergebnisse aus den Blickwinkeln der Stoffebene, Teilchenebene und Energieebene schulen auch in diesem Fach eine multiperspektivische Erkenntnisgewinnung.


Im Fokus stehen die Entwicklung eines rationalen Weltbildes und ein nachhaltiger Umgang mit der Umwelt.


Die Bausteine, aus denen die Welt besteht und die sie zusammenhalten und verändern entziehen sich leider der direkten Beobachtung.


Dem Experiment und seiner Auswertung kommt deshalb eine zentrale Bedeutung zu. Zum Verständnis werden häufig Modelle herangezogen. Damit wird in der Auswertung in hohem Maße die Trennung von Vorstellung und Wirklichkeit herausgearbeitet und damit zu kritischen und selbstkritischen Betrachtungsweisen offensichtlicher Beobachtungen aufgefordert.


Zum fachlichen Arbeiten in den höheren Jahrgängen gehört auch eine zunehmende Mathematisierung in den Erkenntnisprozess. Durch selbst gewonnene Ergebnisse und die kritische Reflexion vorgegebener Sachverhalte können effektiv Vorbehalte ausgeräumt und Vorurteile gegenüber der Chemie und der chemischen Industrie entkräftet werden. Die Vernetzung der Chemie mit dem eigenen Alltag gilt es zu erkennen, zu verstehen und im eigenen Handeln zu berücksichtigen.


Das Experiment wird verantwortungsvoll in den Unterricht integriert. Dies beginnt dies schon mit der Sicherheitseinweisung und dem sparsamen und vorsichtigen Umgang mit dem Experimentiermaterial. Es soll auch dazu motiviert werden, selbst Experimente zu entwickeln und auch in der Freizeit gezielt, aber in gesichertem Umfeld, Experimente für den eigenen Erkenntnisgewinn einzusetzen. Auch ein gescheitertes Experiment schafft ein brauchbares Ergebnis.



Fachbereichsleiter: Marcus Beckedorf (Bec)

@marcus.beckedorf[at]kgs-bb.de